Der Haken bei Full-Service-Leasing
Full-Service-Leasingverträge für Drucker und Multifunktionsgeräte klingen zunächst bequem: eine feste monatliche Rate, Wartung inklusive, Verbrauchsmaterial inklusive. Genau darin liegt aber auch die Einschränkung, die selten offen ausgesprochen wird. Solche Verträge verpflichten Kunden vertraglich, Toner und Tinte für die gesamte Laufzeit – oft 12 bis 72 Monate – ausschließlich vom Leasing- beziehungsweise Servicepartner zu beziehen. Anbieter bewerben das sogar offen als Leistungsmerkmal: die Lieferung von Toner und Tinten ist fester Vertragsbestandteil.
Wofür der vielzitierte Kostenvorteil eigentlich steht
Full-Service-Leasing wird häufig mit einem Gesamtkostenvorteil von 5 bis 15 % gegenüber dem Kauf beworben. Dieser Vorteil entsteht aber gerade durch die eingeschlossene Wartung und das eingeschlossene Verbrauchsmaterial – der Kunde zahlt also für die Bindung mit, ohne sie unbedingt als Bindung wahrzunehmen. Wer den Vertrag unterschreibt, gibt für die gesamte Laufzeit die freie Wahl des Verbrauchsmaterials auf.
Was die freie Wahl beim Kauf wert ist
Bei einem Gerätekauf bleibt diese Wahlfreiheit erhalten. DIN-33870-geprüfter Compana Rebuild Toner erreicht dieselbe Ergiebigkeit wie Originaltoner, kostet dabei aber regelmäßig deutlich weniger. Ein reales Beispiel aus unserem Sortiment für ein Kyocera-ECOSYS-Gerät: Ein OEM-Toner-Kit kostet rund 130 €, das passende Compana-Rebuild-Pendant mit vergleichbarer Seitenreichweite rund 85 € – bei einem angenommenen Druckvolumen von etwa 2.000 Seiten im Monat macht das über 36 Monate rund 135 € Unterschied (etwa 35 %), je nach Gerät und tatsächlicher Nutzung. Diese Beispielrechnung zeigt: Genau dieser Spielraum geht in einem Full-Service-Leasingvertrag verloren, weil dort die Toner-Wahl vertraglich festgelegt ist.
Wo Leasing trotzdem seine Berechtigung hat
Leasing hat reale Vorteile, die man nicht wegdiskutieren sollte: keine Vorfinanzierung, die Rate läuft als Betriebsausgabe, die Bilanz bleibt neutral. Für Unternehmen mit vollem Vorsteuerabzug kann sich das rechnen. Für gemeinnützige Vereine und öffentliche Einrichtungen ohne Vorsteuerabzug entfällt dieser umsatzsteuerliche Vorteil aber ohnehin – hier lohnt sich eine individuelle Kalkulation umso mehr.
Fazit
Wer über die gesamte Nutzungsdauer Kostenkontrolle behalten und beim Verbrauchsmaterial frei wählen möchte, fährt mit Kauf plus einem unabhängigen Verbrauchsmaterial-Partner in den meisten Fällen besser als mit einem Full-Service-Leasingvertrag, der die Toner-Wahl für Jahre festschreibt. Gerade für Vereine und kommunale Stellen mit engem Budget lohnt sich der Blick auf die tatsächliche Bindung hinter der vermeintlich günstigen Rate.


