Dateiformate / Druckvorstufe

Das EPS-Format verstehen: Was ist Encapsulated PostScript und wie druckt man es richtig?

EPS – Vektoren vs. Pixel, GDI-Problem, Drucken über PDF oder Ghostscript. Checkliste für fehlerfreien EPS-Druck.

3 Min. LesezeitCompana Redaktion

Vektoren vs. Pixel: Alles über das EPS-Dateiformat

Das EPS-Format (Encapsulated PostScript) ist ein Urgestein der Grafikbranche. Obwohl es heute oft durch das PDF-Format ersetzt wird, begegnet es Profis im Bereich Logo-Design und Druckvorstufe noch täglich. Doch wer eine EPS-Datei einfach per Doppelklick drucken möchte, erlebt oft eine Enttäuschung: Es erscheint nur eine grobe Vorschau. Warum das so ist, erfahren Sie hier.

1. Was ist EPS eigentlich?

EPS wurde in den 80er Jahren von Adobe entwickelt. Das „Encapsulated" (eingekapselt) bedeutet, dass die Datei eine PostScript-Beschreibung der Seite sowie eine niedrigauflösende Vorschaubild-Datei (TIFF oder WMF) enthält. * Der Clou: EPS kann sowohl Pixelgrafiken als auch Vektoren enthalten. Da Vektoren mathematische Formeln sind, lassen sie sich verlustfrei auf Hauswand-Größe skalieren. * Einschränkung: Im Gegensatz zu PDF kann eine EPS-Datei immer nur eine einzige Seite beschreiben.

2. Das Problem beim Drucken auf Standard-Druckern

Die meisten Heimanwender-Drucker sind GDI-Drucker (Graphics Device Interface). Sie „verstehen" kein PostScript. * Das Resultat: Der Drucker gibt lediglich das pixelige Vorschaubild aus, anstatt die hochauflösenden Vektordaten zu berechnen. * Die Lösung: Sie benötigen einen PostScript-Drucker (oft in Business-Geräten von HP oder Xerox vorhanden) oder eine Software-Emulation.

3. Anleitung: EPS-Dateien fehlerfrei drucken

Wenn Sie keinen PostScript-Drucker haben, nutzen Sie diesen Workflow: 1. Konvertierung zu PDF: Öffnen Sie das EPS in einem Programm wie Adobe Illustrator, CorelDRAW oder Inkscape und exportieren Sie es als PDF. PDF bettet die Vektordaten so ein, dass jeder Drucker sie korrekt rastern kann. 2. Ghostscript nutzen: Das Open-Source-Tool Ghostscript fungiert als Interpreter zwischen der PostScript-Sprache und Ihrem Drucker. Programme wie LibreOffice nutzen es im Hintergrund, um EPS-Daten korrekt darzustellen. 3. Schriften einbetten: Stellen Sie beim Erstellen einer EPS sicher, dass alle Schriften in Pfade umgewandelt wurden. Andernfalls ersetzt der Drucker fehlende Fonts durch Standard-Schriftarten, was das Design zerstört.

4. Checkliste: Troubleshooting für EPS-Dateien

  • Versionsprüfung: Manche alten Programme können EPS-Dateien mit PostScript-Level 3 nicht öffnen. Speichern Sie ggf. als PostScript-Level 2 ab.
  • DSC-Kommentare: Prüfen Sie, ob die DateiDSC-Kommentare enthält (%!PS-Adobe-3.0 EPSF-3.0), sonst wird sie von Interpretern nicht als Vektordatei erkannt.
  • Sicherheits-Update: Falls Sie Ghostscript nutzen, stellen Sie sicher, dass Sie Version 10.01.2 oder neuer installiert haben (BSI-Warnung vor Schwachstellen).

Companas Experten-Tipp: Wenn Sie EPS-Dateien in Microsoft Office einbinden, werden diese oft falsch dargestellt. Exportieren Sie Ihr Logo lieber als hochauflösendes PNG (für den Bildschirm) oder binden Sie es direkt als PDF ein, falls Sie eine moderne Office-Version nutzen. EPS ist ein Profi-Format für die Druckerei, nicht für den Office-Alltag.

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